Franz Sales Haus · Jahresbericht 2019

Arbeit

Vielfältige Arbeitswelten und Lern-Methoden helfen, Neues zu entdecken und sein Können zu zeigen.

Chancen geben

So unterschiedlich wie die Einschränkungen und (vermeintlichen) Hindernisse, die Jugendlichen und Erwachsenen den Zugang zum Arbeitsleben erschweren, so vielfältig sind die Angebote des Franz Sales Hauses. In kleinen Schritten gelingt es, Menschen zu qualifizieren, ihre Talente sichtbar zu machen und ihr Selbstbewusstsein für das Berufslebeben zu stärken.  

Arbeitsmarktintegration

Neue Perspektiven

Für Jugendliche und Erwachsene, die sich beim (Wieder-)Einstieg in den Beruf schwertun, bietet die Arbeitsmarktintegration im Franz Sales Haus verschiedene Maßnahmen. Sie alle zielen darauf ab, spezielle Zielgruppen zu qualifizieren und ihnen den Weg ins Arbeitsleben zu ebnen. Als verlässlicher Partner der Agentur für Arbeit und des JobCenters Essen arbeiten die Fachkräfte verschiedener Disziplinen ebenso professionell wie erfolgreich im Bereich der beruflichen Rehabilitation.

Die Vorbereitungen für das neue Projekt „Essen.Pro.Teilhabe“ (EPT) haben das Team der Arbeitsmarktintegration 2019 intensiv beschäftigt. Es richtet sich an Kunden des JobCenters Essen, die durch Langzeitarbeitslosigkeit und gesundheitliche Einschränkungen besonders schlechte Chancen auf berufliche Teilhabe haben. Für das Modellprojekt, das im Rahmen des Bundesprogramms „rehapro – Innovative Wege zur Teilhabe“ gefördert wird, vernetzen sich verschiedene Partner, um mit einem ganzheitlichen Ansatz individuelle Hilfestellungen zu ermöglichen. Diese neuartige Zusammenarbeit, die unterschiedliche Kräfte bündelt, soll den betroffenen Menschen neue Perspektiven eröffnen. Die Förderung erstreckt sich über die drei Säulen Gesundheit/Prävention, gesellschaftliche Teilhabe und Arbeitsfähigkeit. Dabei ist das individuelle Coaching durch das Team des Franz Sales Hauses das Herzstück der Maßnahme, die zum 1.1.2020 offiziell gestartet ist. Für das auf fünf Jahre angelegte Projekt hat die Arbeitsmarktintegration zusätzliche Fachkräfte angestellt und mehrere Räume an einem neuen Standort angemietet.

Förderprogramm mit viel Praxis

Besonders aktiv in vielfältigen Bereichen waren die 48 Jugendlichen mit Lernbehinderung und 28 psychisch Erkrankte aus der Behindertenspezifischen Berufsvorbereitenden Maßnahme (BvB-Reha). Zu ihrem elfmonatigen Förderprogramm gehören unterschiedliche praktische Übungen, Praktika und auch Aktionen, die soziale und gesellschaftliche Fähigkeiten fördern. Unter anderem war eine Gruppe aus BvB-Teilnehmenden und Fachkräften am Modellprojekt „Migrationssensible und rassismuskritische Kompetenz in der Jugendsozialarbeit“ der Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit NRW e. V. (LAG KJS) beteiligt, das im Dezember 2019 beendet wurde. Ihre Erfahrungen und Ansichten sind in die Dokumentation der Projekt-Ergebnisse mit eingeflossen. Sie können nun dazu dienen, Akteuren der Sozialen Arbeit Anregungen und Empfehlungen zu pädagogischen Handlungsstrategien gegen Rassismus und Diskriminierung von Menschen mit Migrationsgeschichte zu geben.

Im Herbst 2019 waren BvB-Teilnehmende beim Foto-/Video-Wettbewerb „Heimspiel für Zivilcourage“ erfolgreich. Diese Aktion hatte das Dortmunder BVB-Lernzentrum, eine Initiative des Fan-Projekts Dortmund e. V., ins Leben gerufen. Mehrere Gruppen erarbeiteten Fotostorys sowie ein Video zum Thema Zivilcourage und wurden für ihr engagiertes, selbstständiges Arbeiten belohnt: Bei der Preisverleihung im Dortmunder Fußballstadion konnten sich die Jugendlichen über gute Platzierungen und attraktive Preise freuen.

Als Partner engagiert

Mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung den Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen, haben die Kreishandwerkerschaft Essen und das Franz Sales Haus Ende 2019 eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Beteiligt sind sowohl unsere Werkstätten als auch der Bereich Arbeitsmarktintegration. Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt oft verwehrt bleibt, erhalten so neue Chancen, sich in der Praxis zu bewähren. Fachkräfte aus dem Franz Sales Haus begleiten sie bei ihrem Einsatz in Handwerksbetrieben. Außerdem unterstützen unsere Experten auch die Firmen, die durch die Arbeitnehmer aus den Werkstätten oder der Arbeitsmarktintegration ihre Fachkräfte entlasten und freie Stellen besetzen können.

Gemeinsam mit Teilnehmenden der Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“ (UB) haben sich Jugendliche aus der BvB im Mai 2019 an der 72-Stunden-Aktion des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) beteiligt. Vier Gruppen setzten sich bei der bundesweit größten Sozialaktion ehrenamtlich zum Wohl anderer Menschen ein: Sie verteilten Brötchen und Kuchen im Obdachlosencafé, sorgten auf einem Parkplatz in der Innenstadt für Sauberkeit, verschönerten öffentliche Beete und erfreuten die Bewohner des benachbarten Seniorenzentrums „Paulus-Quartier“ mit einem Musik- und Spiele-Programm. Die UB richtet sich an Erwachsene im Grenzbereich zwischen Lern- und geistiger Behinderung, mit psychischen Störungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Sie werden von unseren Qualifizierungstrainern intensiv begleitet, damit sie nach einer sorgfältigen Einarbeitung langfristig in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung Fuß fassen können.

Mehrere Maßnahmen der Arbeitsmarktintegration zielen darauf ab, die individuellen Fähigkeiten und Interessen benachteiligter Menschen auszuloten, um auf dieser Basis gezielt die passende Unterstützung zu initiieren. Dabei richtet sich das „Zentrum zur Joborientierung für Benachteiligte“ in enger Abstimmung mit dem JobCenter Essen an Langzeitarbeitslose. Die Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit stellt in maximal drei Monaten durch verschiedene Tests fest, ob jemand für den ersten Arbeitsmarkt geeignet oder zu diesem Zeitpunkt gegebenenfalls besser in der UB oder in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung aufgehoben ist. Unmittelbar am Übergang von der Schule ins Arbeitsleben setzen die Potenzialanalysen an. Für dieses Angebot kommen mit 240 Jugendlichen mit Einschränkungen oder schweren Mehrfachbehinderungen pro Jahr die meisten Menschen zur Arbeitsmarktintegration ins Franz Sales Haus. Sie absolvieren verschiedene Übungen, um festzustellen, welcher Berufsweg sich für sie eignen könnte. Bei den verschiedenen Maßnahmen kommen die Teilnehmenden überwiegend aus Essen, aber auch aus Mülheim, Oberhausen und Duisburg sowie aus den Kreisen Wesel, Kleve und Recklinghausen.

Franz Sales Werkstätten

Aktive Beteiligung

Unsere Werkstätten bieten an sieben Standorten knapp 800 Menschen mit Behinderung ein Arbeitsumfeld, in dem sie ihre Talente entfalten können. Dabei kommt den Beschäftigten die breite Palette der Arbeitsmöglichkeiten zugute: Sie können aus zahlreichen Arbeitsfeldern wählen, bei Bedarf zwischen den Betrieben wechseln und sich auf interne Stellenausschreibungen hin melden. Auch der Wechsel in eine Teilzeit-Tätigkeit ist möglich und wird zunehmend genutzt, um in geringerem Umfang länger am Arbeitsleben teilhaben zu können. Diese vielfältigen Optionen sind Ausdruck der personenzentrierten Arbeit in unseren Werkstätten.

Partizipative Teilhabeplanung

In 2019 haben die Werkstätten ihre Förderplanung auf den Einsatz der individuellen Teilhabepläne nach ICF-Kriterien umgestellt. Sie werden partizipativ unter Mitwirkung der Beschäftigten erstellt. Gemeinsam mit einem Team aus Gruppenleitung, Sozialem Dienst und Integrationsassistenz legt jeder Beschäftigte seine Teilhabeziele fest. Diese aktive Beteiligung ist für viele Menschen mit Behinderung durchaus eine Herausforderung, denn oft fällt es ihnen schwer, ihre Wünsche zu benennen. Die Vielzahl an Entscheidungen, die es jetzt zu treffen gilt, sorgt für Verunsicherung. Umso wichtiger ist es, auf jeden Menschen einzugehen, um die angestrebte Selbstbestimmung auch zu ermöglichen. Mit viel Engagement und individueller Ansprache ist es gelungen, die Gespräche erfolgreich zu führen, was für Mitarbeitende und Beschäftigte ein spannender Lernprozess war. Da die individuellen Ziele nun noch besser auf den einzelnen Menschen abgestimmt sind, wurden die ersten Erfolge der neuen Teilhabeplanung schnell sichtbar. Hier zeigte sich, dass passgenau gewählte und konkret formulierte Ziele gut erreicht werden können, was zu einer hohen Zufriedenheit bei allen Beteiligten führt.

Zur Teilhabe gehört insbesondere auch, den Menschen mit Behinderung mehr zuzutrauen, sie in eigenen Verantwortungsbereichen zu qualifizieren und ihre Mitwirkung ernst zu nehmen. In Gruppengesprächen und Arbeitskreisen sowie über den Werkstattrat und die Frauenbeauftragte können die Beschäftigten ihre Interessen wahrnehmen. Unter anderem bei der Planung von Festen und Ausflügen lassen sich Prozesse des Mitgestaltens einüben. Auch viele begleitende Maßnahmen stärken die Kompetenzen und das Selbstbewusstsein. Sehr beliebt sind qualifizierende Angebote, welche die Teilnehmer für weitergehende Aufgaben schulen. So hat eine Reihe von Beschäftigten an einer Ausbildung zum Prüfer für Leichte Sprache teilgenommen, andere ließen sich zu Sicherheitsbeauftragten ausbilden. Auch als Streitschlichter, Brandschutz- oder Verkehrshelfer nehmen Menschen mit Behinderung wichtige Funktionen wahr. Ein Teil der Kurse wird von Beschäftigten geleitet, die dabei ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit erleben.

Attraktive Lernorte und Aufträge

Der Berufsbildungsbereich profitiert nachhaltig von den im Vorjahr neu eingerichteten Räumlichkeiten. Die neuen Lernorte werden gut frequentiert. Im Umgang mit Technik-Baukästen, interaktiven Bildschirmen und anderen zeitgemäßen Medien zeigen die Teilnehmenden ihre Interessen und Fähigkeiten. Dabei ist es mitunter verblüffend und sehr motivierend zu erleben, wie durch die richtige Wahl der Mittel eindrucksvolle Lernfortschritte erreichbar sind. Gerade die digitalen Medien sind sehr hilfreich, um das Lernangebot noch vielseitiger und attraktiver zu gestalten.

Im Arbeitsbereich ist den Werkstätten ein vielseitiges Portfolio an Aufträgen wichtig: zum einen als attraktives Teilhabe-Angebot für die Beschäftigten und zum anderen, um durch eine breite Kundenbasis flexibel und unabhängig zu bleiben. Für viele Firmen sind die Werkstätten schon seit Jahren ein verlässlicher Partner, gleichzeitig bringen neue Aufträge immer wieder interessante Tätigkeiten mit sich. So kümmert sich etwa die Metallverarbeitung im Betrieb Ruhrau seit Ende 2019 um Wartung und Reinigung von Wärmezählern für eine Steag-Tochterfirma, die Schneiderei fertigt ein neues Produkt für die Firma Grubenhelden und im Betrieb Kupferdreh arbeitet eine Gruppe an Verpackung und Versand von Tee und Zubehör für den Kunden piTea.

Unser Bioland-Bauernhof Klosterberg­hof hat 2019 mit der Installation einer Photovoltaikanlage und zweier moderner Stromspeicher einen weiteren großen Schritt zu noch mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz gemacht – und mit diesem Engagement den Essener Klimaschutzpreis gewonnen. Mit verschiedenen Veranstaltungen – vom Konzert über Kinderaktionen bis zum Erntedankfest – konnte das Hof-Team viele naturbegeisterte und interessierte Menschen auf den Hof aufmerksam machen. Um hier eine noch höhere Aufenthaltsqualität zu schaffen und dabei weitere Arbeitsfelder für Menschen mit Behinderung zu eröffnen, ist die Einrichtung eines Hofcafés geplant. Für diesen Zweck hat die Werkstatt erfreulicherweise schon einige großzügige Spenden von verschiedenen Unternehmen erhalten.

Weiterbildung wird groß geschrieben – ob zu Sicherheitsbeauftragten für die Werkstatt oder Prüferinnen der Leichten Sprache. Die Teilnehmerinnen des Selbstbehauptungskurses lernten, wie man einem „Nein“ mit der Körpersprache Nachdruck verleiht.

Dynamische Weiterentwicklung

Alle Bereiche der Werkstätten hat der durch das BTHG bedingte Veränderungsprozess auch 2019 stark beschäftigt. In Vorbereitung auf die nächste Umsetzungsstufe des Gesetzes am 1.1.2020 waren viele organisatorische Dinge zu regeln, etwa der Abschluss neuer Verträge über die Teilnahme am Mittagessen in der Werkstatt. Alle Beschäftigten bzw. deren Angehörige und Betreuer mussten über das veränderte Prozedere informiert, die Verträge erstellt und abgeschlossen werden. Um allen Beteiligten die notwendige Sicherheit im Umgang mit den neuen gesetzlichen Regelungen zu geben, fanden mehrere Informationsveranstaltungen sowie Personalschulungen statt.

Der im Juli 2019 unterzeichnete neue Landesrahmenvertrag NRW über die Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung fordert von den Werkstätten die Formulierung eines Gewaltschutzkonzeptes als ein wichtiges Qualitätskriterium. Die Franz Sales Werkstätten haben ein solches Konzept im ersten Halbjahr 2019 erarbeitet. Es dient insbesondere der Prävention durch wirksame Maßnahmen, denn alle Beschäftigten und Mitarbeitenden der Werkstatt haben ein Recht auf Schutz vor jeglicher Form von Gewalt.

In der Weiterentwicklung der Werkstätten ist das Personal eine zentrale Ressource. Deshalb setzen wir auf Qualifikation und erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten, was erfreulicherweise viele Mitarbeitende engagiert und kreativ nutzen. Sie übernehmen in verschiedenen Rollen Verantwortung, arbeiten projektbezogen in Teams und entwickeln vielfältige Ideen, um die Werkstatt voranzubringen. So sind beispielsweise Jahresarbeitszeitkonten für Mitarbeitende und Beschäftigte geplant, um flexibel auf wechselnde Arbeitsbelastungen reagieren zu können. In Zusammenarbeit zwischen Berufsbildungsbereich (BBB) und Integrations-Team ist die Idee eines Inte­grations-Trainingsbereichs (ITB) entstanden, in dem Menschen mit Behinderung die Arbeitsbedingungen in Unternehmen lebensnah kennenlernen sollen, bevor sie auf einen betriebsintegrierten Außenarbeitsplatz (biAp) wechseln. Fachkräfte aus den Werkstätten bringen sich zudem in der Projektgruppe „Personenzentrierung“ ein. Im Betrieb Horst gestalten einige Kollegen den anstehenden Umbau der dortigen Werkstatt mit, indem sie in einem „Raumbuch“ die Bedarfe der Beschäftigten und Mitarbeitenden für die künftigen Räumlichkeiten definieren. Auf dieser Basis soll die Umgestaltung des Betriebs Horst geplant werden, wo es zurzeit einigen Modernisierungsbedarf gibt. Durch einen umfangreichen Umbau entstehen dort in den nächsten Jahren attraktive Arbeitsbedingungen für Menschen mit und ohne Behinderung.

Um Abläufe und Informationsfluss zwischen den Werkstätten und zentralen Abteilungen des Franz Sales Hauses zu optimieren, haben die Werkstätten nun eigene Koordinatoren für Arbeitssicherheit, Qualitätsmanagement und IT. Künftig wird es auch für die Bereiche Pflege und Hygiene eigene Beauftragte geben, um den beteiligten Kollegen die Arbeit zu erleichtern. Verschiedene Werkstatt-Betriebe sind zunehmend als interne Dienstleister im Unternehmensverbund Franz Sales Haus aktiv. So haben beispielsweise die Schreiner der Werkstätten insgesamt 43 Küchen in verschiedenen Wohnbereichen umgebaut. Diese verstärkte Vernetzung – innerhalb der Werkstätten und auch in den Unternehmensverbund hinein – sorgt für eine neue Dynamik und Synergien, von denen alle Beteiligten profitieren.

Ausgezeichnet für den Klimaschutz

Mit dem ersten Platz beim Essener Klimaschutzpreis 2019 haben die Stadt und das Unternehmen innogy den Klosterberghof ausgezeichnet. Der Werkstatt-Betrieb hat in diesem Jahr eine leistungsstarke Photovoltaikanlage und zwei Stromspeicher installiert, sodass der Hof nun selbst einen Großteil seines Strombedarfs erzeugen kann. Zum vielseitigen Konzept, das ganz auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, gehören unter anderem eine Wegbeleuchtung mit sparsamen LEDs, ein Hühnermobil, energiesparende Geräte im Hofladen, eine Regenwasserzisterne und vor allem die Bio-Landwirtschaft, die konsequent auf ökologischen Anbau und artgerechte Tierhaltung setzt. Dafür setzen sich die Mitglieder des Hof-Teams – mit und ohne Behinderung – jeden Tag mit ganzer Energie ein. 

Inklusionsunternehmen

Vielseitiges Profil

Unser Dienstleistungsunternehmen in time gGmbH hat 2019 die im Vorjahr bewilligte Erweiterung um zusätzliche vier Arbeitsplätze für Menschen mit einer Schwerbehinderung oder einer entsprechenden Gleichstellung umgesetzt. Eine neue Stelle im Garten- und Landschaftsbau und drei in der Gebäudereinigung wurden geschaffen und umgehend besetzt. Im Bereich Garten- und Landschaftsbau ist die in time jetzt auch als anerkannter Ausbildungsbetrieb aktiv. Im September 2019 ist ein vorheriger Teilnehmer der BvB-Reha-Maßnahme als unser erster Azubi in seine Ausbildung gestartet.

Die Reinigungs-Dienstleistungen des Inklusionsunternehmens nehmen immer mehr Kunden in Anspruch. Dabei werden die Aufträge für große externe Kunden umfangreicher. Das Team der in time ist für Unternehmen, in Kitas, Büros und Sportbereichen im Einsatz. Grund- und Unterhaltsreinigungen werden ebenso übernommen wie Treppenhaus- und Baureinigungen während und nach Bauarbeiten. Im Unternehmensverbund des Franz Sales Hauses sind unsere Reinigungs-Profis vielseitig tätig und haben inzwischen auch die gesamten externen Reinigungsarbeiten für die Heimstatt Engelbert übernommen. Dazu kommt der Bereich der Privatkunden, der auf rund 50 Haushalte angewachsen ist.

Angesichts dieser kräftigen Expansion der Gebäudereinigung hat die in time für diesen Bereich einen weiteren Erweiterungsantrag beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) gestellt, der im September 2019 bewilligt wurde. Bis Ende 2020 können nun acht zusätzliche Stellen für Menschen mit Handicap geschaffen werden.

Bei in time und in service arbeiten inklusive Teams gemeinsam am Unternehmens-Erfolg.

Die neue Förderung von langzeitarbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung über das neue Teilhabechancengesetz (§16i SGB II) nehmen zwei Mitarbeiter der in time in Anspruch. Diese weitere Facette der Unterstützung rundet das vielseitige Profil ab, mit dem das Inklusionsunternehmen die Teilhabe benachteiligter Menschen am Arbeitsleben unterstützt.

Die in service GmbH betreibt das barrierefreie Vier-Sterne-Hotel Franz und die Großküche, die neben dem Veranstaltungszentrum des Hotels auch Wohngruppen, Werkstätten, Schulkantine und Betriebsrestaurant versorgt. Hier gibt es unterschiedlichste Arbeitsplätze für Menschen mit einer Schwerbehinderung. Sie sind im Service und im Housekeeping, in der Küche oder im Gruga-Kiosk im Einsatz. So vielfältig wie die Aufgaben rund um das Hotel, das sich bei Unternehmen und für Familienfeiern großer Beliebtheit erfreut, ist auch die Belegschaft. Beim Caritas Videoaward 2019 hat sich das „Franz“-Team mit genau dieser Botschaft als bunte, inklusive Mannschaft präsentiert – und damit den ersten Platz gewonnen. Bei dem Wettbewerb präsentieren Mitarbeitende aus Caritas-Unternehmen in selbstgedrehten Videos ihre Arbeit, um junge Leute für Berufe im sozialen Bereich zu begeistern. Der temporeiche Beitrag aus dem „Franz“ erhielt viel Lob dafür, dass er Inklusion und Vielfalt der Berufe bei der Caritas so überzeugend in Szene gesetzt hat.

Großer Jubel beim inklusiven Team des Hotel Franz, das sich über den Sieg beim Caritas Videoaward freuen konnte.

Nachdem unser Erweiterungsantrag vom LVR bewilligt wurde, können bei der in service vier weitere Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung besetzt werden. Jeder Mitarbeiter wird nach seinen Fähigkeiten eingesetzt und gefördert. Sich gegenseitig zu unterstützen gehört fest zum Arbeitsalltag. Schließlich gilt es Messegäste, Geschäfts- und Städtereisende, Reisegruppen oder Radtouristen jederzeit zufriedenzustellen. Die guten Bewertungen der Gäste in einschlägigen Portalen zeigen, wie gut dies gelingt. Freundlich und kreativ bringt sich das Team mit eigenen Ideen ein und hält die Gäste beispielsweise auf facebook und mit einem eigenen Blog auf dem Laufenden.

Durch Umstellungen bei Abläufen, Lieferanten und Strukturen war das Team der Großküche 2019 besonders gefordert. Danke des tatkräftigen Einsatzes aller Beteiligten wurde diese Herausforderung gut bewältigt. Nun beliefert die Küche die Wohngruppen und Werkstätten mit den für das Cook & Chill-Verfahren vorbereiteten Gerichten, die dann vor Ort flexibel und qualitativ hochwertig zubereitet und ausgegeben werden können.

Angesichts der wachsenden Hotel-Kapazitäten in Essen arbeitet das Hotel Franz ständig daran, seine Attraktivität für die Gäste weiter zu steigern – auch in Sachen Barrierefreiheit. So konnten dank der Unterstützung durch die Aktion Mensch und die Firma Geberit zwei Zimmer mit modernen Dusch-WCs ausgestattet werden. Sie sorgen für Komfort und sind besonders hilfreich für Menschen mit bestimmten Einschränkungen, etwa contergangeschädigte Gäste. Im Tagungsbereich profitieren die Veranstaltungsteilnehmer von neuen Touchscreens, zudem verfügt die Bühne im großen Saal nun über einen elektrischen Antrieb, was die Arbeit des Personals erheblich erleichtert. Für 2020 ist die Inbetriebnahme des neuen, barrierefreien Saunabereichs geplant.

Im Grugapark Essen ist das Hotel Franz mit dem Kiosk am Landhaus und als Caterer bei verschiedenen Veranstaltungen weiterhin engagiert und sichtbar für viele Menschen in der Stadt. Damit nicht genug: Für die künftige Nutzung der „Domstuben“ in Essen-Werden haben das Franz Sales Haus und die Werdener Pfarrei St. Ludgerus Ende 2019 eine Absichtserklärung unterzeichnet. Nach einer umfangreichen Sanierung soll auch hier ein inklusives Konzept für die Bewirtschaftung von Gaststätte, Veranstaltungsräumen und Hotelzimmern zum Tragen kommen. Noch größere Pläne gibt es außerhalb Essens: In Haltern am See soll ein neues Hotel als Inklusionsbetrieb entstehen. Die Planungen für den Neubau eines 80 Zimmer großen Hauses an einem jahrelang ungenutzten Bereich des Halterner Seeufers sollen in 2020 abgeschlossen werden. Mittelfristig bietet die in service dann auch hier attraktive Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung.

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